Achtsam durchs Leben

Achtsam durchs Leben – Angst und Stress bewältigen

Achtsamkeit – dieser Begriff taucht in den vergangenen Jahren verstärkt im deutschen Sprachraum auf. Immer mehr Menschen nutzen dieses Wort und verbinden viele Themen damit. Das reicht von der schlichten Bedeutung des Begriffes im direkten Wortsinn bis hin zur Umschreibung der besseren sinnlichen Wahrnehmung der Umgebung. Wer Mitmenschen auf dieses Thema anspricht, erhält meistens keine scharf formulierte Definition. Vielmehr erhält der Frager vielschichtige Antworten, die häufig in einem Brainstorming enden: Mehr auf sich besinnen, in sich hineinhorchen und nicht von außen beeinflussen lassen, sein eigenes Bewusstsein stärken, um angemessener mit Situationen umzugehen, besonnener werden mit sich und anderen. So oder ähnlich lauten die Antworten. Und die sind nicht unbedingt falsch, denn Achtsamkeit hat ganz offensichtlich etwas mit Wahrnehmung und der Verarbeitung von Reizen zu tun.

Achtsam sein: Das soll vor allem bedeuten, sich bewusst im Hier und Jetzt aufzuhalten, den Moment zu verinnerlichen, den Augenblick genießen aber eben nicht einer Bewertung zu unterziehen – sondern einfach zu sein. Prinzipiell erscheint das einfach aber vielen Menschen gelingt das zunächst nicht. Sie sind zu stark mit der Vergangenheit verwoben oder befassen sich mit der Zukunft, mit Sorgen, mit den Widrigkeiten des Alltags.

Warum denn nun Achtsamkeit: Es soll eine Art Meditation sein. Sie soll dem Menschen helfen, soll schlicht das Wohlbefinden der Menschen steigern. Es soll helfen, mit Stress und Sorgen umzugehen. Es wird der nötige Abstand zu den Dingen und Gedanken geschaffen. Der Effekt soll eben sein, dass sich Zufriedenheit und Lebensfreude der Menschen vermehren, die sich mit Mindfulness – so der englische Begriff – befassen und es zur täglichen Routine machen.

Auch wenn Achtsamkeit erst verstärkt in den vergangen zehn Jahren hierzulande in der Fach-Medienlandschaft, in der populärwissenschaftlicher Literatur aber eben auch in psychologische Praxen Thema war, so ist das Konzept doch uralt: Der gestresste Mensch ahnt es fast. Es stamme aus dem Buddhismus, schreiben offenkundige Experten. Aber: Niemand muss nun auf einen Berg kraxeln und im Schneidersitz meditieren, um achtsam zu sein. Das ist auch ohne Meditation möglich. Die schlichte Konzentration auf den eigenen Atem kann hier schon helfen, achtsam zu werden.

Es gibt einen Wissenschaftler, auf den viele offenkundige Achtsamkeitsexperten als Ursprung der aktuellen Lehre hinweisen: Immer wieder taucht der Name Jon Kabat-Zinn auf. Der Mann lehrte in den USA und entwickelte in den 70er Jahren aus den buddhistischen Lehren eine Art Achtsamkeitsanleitung zur Stressbewältigung. Dabei rückt die Konzentration auf den eigenen Atem in den Vordergrund. Bei dieser Art von Atem-Beobachtung verändert der Mensch im Laufe der Zeit den mentalen Standpunkt. Doch es muss nicht die Konzentration auf den eigenen Atem sein. Sich in der Badewanne liegend nur auf das Wasser zu konzentrieren oder einfach die Umgebung, in der sich der Alltagsmensch oder Übungsteilnehmer befindet, eingehend und wertfrei zu betrachten, gehört schon zur Übung, um Achtsamkeit („Mindfulness“) zu erreichen. Das gelingt möglicherweise auch, wenn der Schüler der Achtsamkeit vielleicht einmal mit dem Zug/Fahrrad/Bus zur Arbeit fährt oder als Rechtshänder einen Tag lang alles mit links macht – eben aus der eingefahrenen Routine ausbrechen. Ziel ist es, Denkmuster zu ändern oder zu entwirren und so zum Beispiel schlimmen Stress abzubauen, welche Ursache auch immer dieser haben mag.

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